Ein Wochenendtrip, der es in sich hat. Vergangenheit erleben rund um Berlin und mein absoluter Lieblings-Lostplace.

In der Ecke Berlin halte ich mich zur Zeit recht regelmäßig auf. Aber meist bleibt neben Family und Freunde abklappern wenig Zeit für Sightseeing. Das sollte sich diesmal ändern, denn über Weihnachten richteten wir uns 2 Wochen dafür ein.

Das Wetter war leider nicht wirklich auf unserer Seite, aber wir haben das Beste draus gemacht. Hier stelle ich euch drei meiner Lieblings-Ausflüge vor. Wäre so auch sicherlich ein cooler Wochenendtrip. 😉

Schon als ich das erste mal dort oben war haben mich allem voran die stillen Ruinen, der DDR-Zeit fasziniert, die in ländlicheren Gegenden und ein ganzes Stück außerhalb von Berlin zum Landschaftsbild gehören. Zerfallene Mauern mit riesigen ausgeschlachteten Gebäuden, die im Vorbeifahren zwischen den Bäumen hervor blitzen. Oft muss man zwei mal hin sehen um den bewachsenen, zerfallenen Beton zu erkennen. Irgendwie gruslig und faszinierend, aber ebenso unbegreiflich regen mich diese Ruinen zum Nachdenken an. Und wecken bei mir eine fragende Verwunderung über das, was dort ein mal war und darüber, das es jetzt –  also mehr als 25 Jahre nach dieser Zeit – immer noch so ist. Was der Russe da hinterlassen hat finde ich eine Schande, die großen Komplexe wurden mutwillig so verlassen, dass sie nicht mehr nutzbar waren. Türen, Fenster und selbst die Kabel aus den Wänden wurden mitgenommen oder einfach zerstört. Das Land Brandenburg ist bis heute mit dem Abriss und Ausbau dieser Anlagen beschäftigt.

Verbotene Stadt Potsdam

Die verbotene Stadt war zu DDR-Zeiten nur für die Russen zugänglich, die deutschen Bürger hatten hier keinen Zutritt. Das Stadtviertel ist heute großteils Wohngebiet und die alten Gebäude abgerissen oder restauriert. Ein Lehrpfad mit Infoschildern, lässt diesen Lost Place aber aufleben. Man kann sich gut vorstellen, wie die Stadt damals aufgebaut war und das Leben sich hier abspielte. Kleiner Tipp macht einen Abstecher runter zum See. 😉

Beelitz Heilstätten

Bereits im ersten und zweiten Weltkrieg dienten die Heilstätten als Lazarett für Verwundete. Nach dem Krieg übernommen von der roten Armee als größtes Militärhospital der russischen Armee im Ausland. Die Kliniken, die ihrerzeits als sehr modern und fortschrittlich galten sind seit 2001 nach Insolvenz der Inhaber endgültig geschlossen und so ihrem unaufhaltsamen Verfall überlassen. Schon allein das große Gebiet, über das sich die verschiedensten Gebäudekomplexe erstrecken ist überwältigend. Betreten kann man nur einzelne Ruinen im Rahmen einer Führung. Das Gelände ist umzäunt und bewacht, es lohnt sich also auch kaum nachts hier her zum kommen. Um die Heilstätten auf sichere Art für Touristen interessant zu machen wurde ein Baumwipfelpfad gebaut. Von dem höher gelegenen Aussichtsturm hat man eine klasse Aussicht auf die Anlage.

Altes Lager

„Altes Lager“ ist tatsächlich ein Ortsname . Hier finden sich zahlreiche Reste, der Vergangenheit. Ein riesiger ehemaliger Flughafen, der seit Untergang der DDR einfach brach liegt, erstreckt sich hier. Ein Teil des Geländes wurde bereits zu einer coolen Kart-Bahn umgestaltet, die auch manche alte Hungers nutzt. Aber zum großen Teil stehen die immer mehr zerfallenden Ruinen immer noch so wie sie verlassen wurden. Riesige verrostete Tore versperren den Weg ins Innere. Viele der Scheiben und Lampen sind mit Steinen eingeworfen worden. Ein Stück Abseits im Wald fanden wir ein verlassenes Gebäude, in dem wohl ein Motorcrossparcour errichtet wurde, zwischen den bröckelnden Wänden ist die Strecke auf dem Boden markiert und aus dem ersten Stock führt eine Rampe.

In der Nähe gibt es sogar ein verlassenes Fort, das aus dem ersten Weltkrieg stammt. Gut versteckt mitten im Wald, in dem überall „Betreten auf eigene Gefahr“- Schilder stehen, da immer noch nicht die zahlreichen Mienen vom Krieg aus dem Boden entfernt wurden.

Ich will euch hier keine Koordinaten aufschreiben wonach ihr suchen sollt. Schaut euch einfach um, ihr werdet so einiges finden. (Diesen Tipp werdet ihr wohl in keinem Reiseführer finden, auch ich habe ihn nur von den Einheimischen)

Achja, mit diesem Beitrag möchte ich außerdem bei der Blogparade von „beforewedie“ teilnehmen. Die Beiden erstellen eine tolle Liste mit Reisezielen für den Winter, wozu ich diese drei Ziele unbedingt zählen würde.

20 Kommentare zu „Ein Wochenendtrip, der es in sich hat. Vergangenheit erleben rund um Berlin und mein absoluter Lieblings-Lostplace.

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  1. ein Thema was mich fasziniert und interessiert ! Leider gibt es bei uns in der Gegend überhaupt keine Lost Places oder ich bin trotz intensiver Suche noch nicht drauf gekommen ! Ich würde mir ja gern deine Fotos (außer Titelbild ) gerne anschauen aber ich sehe leider nur „schwarz “ ! Ist hier was schiefgelaufen ????

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    1. Danke für den Hinweis 😊
      Ich habe jetzt mal eine andere Galerie genommen. Hoffe jetzt kannst du die Bilder sehen.
      Ich bin im Raum Mosbach aufgewachsen. Also praktisch um die Ecke von dir. Dort gibt es zum Beispiel in Dallau einen Bunkerwald wo viele verschiedene, teilweise gesprengt Bunker zu finden sind da waren wir als Kinder unterwegs 😊 außerdem googeln solltest du mal Teufelskanzel Schreckhof oder Goldfischpfad Obrigheim. 😉 Vielleicht sehen ich ja demnächst Bilder davon auf deinem Blog 🤗

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      1. eh super für den Tipp und ich habe schon gegoogelt ! Die Frage ist ob man überhaupt in die Bunker reinkommt ! Sieht so aus als dass die durch Tore oder Zäune verschlossen sind. Werde mich aber mal durchlesen ob es da Möglichkeiten gibt !!! Trotzdem vielen vielen Dank !!!!

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      2. Ist leider schon einige Jahre her, dass ich da das letzte mal war. Aber ich glaube in manche kommt man schon rein, wenn man sich traut.. 😉
        Da führen auch keine richtigen Wege hin. Wir haben die genauen Koordinaten durch Geocaching herausgefunden:-)
        Danke für das Feedback wegen der Galerie.
        Liebe Grüße Kathrin

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  2. Also von einiger Lost Places die du hier präsentiert hast habe ich schon auf anderen Blogs gesehen. Es ist aber immer interessant neue bzw. auch aktuelle Beiträge darüber zu lesen. Ein für mich ganz spannendes Thema ! Ich möchte dir aber noch einen Tipp geben, versuche das die Bilder sich durch anklicken vergrößern. Da kommt ein Foto speziell dieser Art „besser“ rüber. Ist aber nur ein Tipp von mir ! LG Manni

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    1. Klar gerade die Heilstätten sind durch den Baumwipfelpfad inzwischen auch ziemlich populär geworden. Altes Lager dagegen ist eher nicht so populär 😉

      Mensch was habe meine Galerien nur, bei mir werden die Bilder groß wenn ich drauf klicke. Ich habe es aber auch nur vom PC aus probiert. Vielleicht hat es Probleme mit der Darstellung bei Smartphones … :-/

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      1. achso, war jetzt die einzige Erklärung die mir auf die Schnelle eingefallen ist. Ich werde mich mal mit WordPress auseinander setzen und heraus finden warum das nicht funktioniert.
        Danke dir für die Anregung 🙂

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  3. Hallo Kathrin, das ist ja ein fantastischer Beitrag und die Bilder sind super schön 🙂 Ich lebe in der Berlin und muss wohl unbedingt die nächsten Wochen einen Ausflug zu diesen „verlassenen Orten“ machen. Gruselig irgendwie, aber auch total spannend und so viel Geschichte! Danke dafür 🙂 Liebe Grüße, Nora

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  4. Ich schaue mir sehr gerne Bilder von Lost Places an, ich muss auch unbedingt mal einen besuchen ! Finde das so Interessant diese Mischung aus Wow wie schön und ein wenig Gänsehaut 🙂

    Liebste Grüße

    Sarah

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    1. Hi Sarah,
      ja das kann ich dir total empfehlen 🙂
      Es macht einfach nur Spaß einen Ort, der schon ewig brach liegt wieder zu besuchen. Irgendwie taucht man in die Vergangenheit ein. 🙂

      Liebe Grüße
      Kathrin

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