Länderprofi-Kampagne: Guatemala

Vorstellungsrunde:
Mein Name ist Peter Kruse. 1992 bin ich von Deutschland nach Costa Rica gereist. Der Plan war, dort Spanisch zu lernen und maximal 1 Jahr zu bleiben. Dieser Plan hat teilweise funktioniert. Spanisch kann ich jetzt. Das Rückflugticket nach Deutschland habe ich verfallen lassen. Es war einfach viel zu schön und aufregend unter der Sonne zu leben. Einen Blog betreibe ich nicht. Was ich in 4 Jahren Costa Rica, 15 Jahren Guatemala und 2 Jahren Kuba so alles erleben durfte, kann jeder der Lust hat in meinem Buch „Grenzenlos – Ein zeitgenössisches Märchen für Erwachsene“ auf 332 Seiten gedanklich miterleben.
Peter Kruse Guatemala
Die Fotos sind von Peters guter Freundin Jody Aston, einer US-Amerikanerin und Hobbyfotografin, die bereits seit Jahren am Rio Dulco in Guatemala lebt. Herzliches Dankeschön an dieser Stelle.
1. Warum sollte man Guatemala einmal besuchen?
Seit über 20 Jahren lebe ich im Raum Zentralamerika und der Karibik. Dabei habe ich jeweils mehrere Jahre in Costa Rica, Kuba und Guatemala verbracht. Einige Monate auch in Honduras. Alle diese Länder sind landschaftlich wunderschön. Guatemala ist von allen mein absolutes Lieblingsland. Der Grund sind die Menschen, insbesondere die hier lebendige Indiokultur (Indigenas), Nachfahren der stolzen Mayas. Alle Reisenden die ich bislang in Guatemala getroffen haben, schwärmen von der herzlichen, bescheidenen und ehrlichen Art ihrer Einwohner. Selbst in den Touristenzentren bekommt man selten das Gefühl, Opfer des Touristen-Nepp zu sein.
Rund die Hälfte der Bevölkerung sind Indios. Sie wahren noch sehr ihre Gebräuche und Sitten. Es gibt in Guatemala über 20 verschiedene Stämme. Jeder spricht seine eigene Sprache, so unterschiedlich, dass sie sich untereinander kaum verstehen. Auch anhand der Farben und Musterung ihrer selbstgewebten Stammestrachten unterscheiden sie sich voneinander. Trotz der Unterschiede leben sie friedlich und repektvoll miteinander.
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2. Wann ist deiner Meinung nach die beste (Jahres-)Zeit, um Guatemala zu besuchen?
Guatemala lohnt sich immer. Es gibt 2 Jahreszeiten, den „Sommer“ (Trockenzeit) von November bis April und den „Winter“ (Regenzeit) in den übrigen Monaten. Doch selbst in den vermeintlichen Regenmonaten scheint morgens meistens erstmal die Sonne. Der Regen beginnt in der Regel erst am Nachmittag und Nachts. Dann kommt es auch immer darauf an, wo man sich befindet. Dieses Land hat ganz verschiedene Klimazonen, je nach Höhenlage oder Meeresnähe.
3. Welches ist die beste Art Guatemala zu erkunden?
Guatemala verfügt über eine recht gut ausgebaute Infrastruktur. Mit Reise- und Chickenbussen kommt man so ziemlich überall schnell und günstig an sein Ziel. Motorrad und Mietwagen gibt es auch. Persönlich würde ich diese Alternative wegen der gelebten Strassenverkehrsordung, die stets dem Stärkeren Vorfahrt gibt, nicht unbedingt empfehlen. Ist aber grundsätzlich möglich und wird auch gerne (von den Wagemutigen) genutzt.
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4. Welches sind die schönsten, faszinierendsten Sehenswürdigkeiten in Guatemala?
Guatemala hat viele, ganz unterschiedliche Gesichter. Dieser Umstand macht das Land so attraktiv. Wer allerdings schneeweiße Strände sucht, ist an den allseits bekannten Urlaubsorten Mexicos, Costa Ricas und der Karibik besser aufgehoben. Nach Guatemala kommen die meisten Reisenden wegen der faszinierenden Kultur und den atemberaubenden Naturschönheiten.
5. Welche Orte (Städte) dürfen auf der Reiseroute auf gar keinen Fall fehlen und
warum?
  • Antigua:Die alte Hauptstadt Guatemalas. Sie diente der spanischen Krone als zentrale Stadt der mittelamerikanischen Kolonien. Antigua gehört zum Weltkulturerbe. So war es möglich, den ursprünglichen Charme dieses Städchens bis heute zu bewahren.
  • Atitlan See: Umgeben von mehreren Vulkanen. Vom National Geografic kürzlich zum schönsten See der Welt erklärt worden.
  • Tikal: Wer einmal auf einen der bis zu 65 m hohen Mayatempel geklettert ist, wird diesen Eindruck nie vergessen. Rundherum ein grünes Meer aus Urwaldbaumriesen und Brüllaffenkonzerte gratis.
  • Rio Dulce und Livingston: Das karibische Gesicht des Landes. Hier wimmelt es von Segelbooten aus aller Herren Länder Ein wunderschöner Fluss der vom größten See des Landes (Lago Isabal) in seinem abwechslungsreichen Verlauf, mit bis zu 200 m hohen grünen „Wänden“, nach zirka 25 km in die Karibik mündet. Ein traumhaftes Erlebnis!
  • Semuc Champey: Beeindruckende Wasserkaskaden und Tropfsteinhöhlen, umgeben von üppiger tropischer Vegetation.
  • Chichicastenango: Ein farbenfroher riesiger Indiomarkt, ein Meer aus Farben, Formen und exotischen Gerüchen der alle Sinne betört.

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6. Ist Guatemala sicher zu bereisen oder hast du Tipps wie man sich am besten
verhalten sollte um sicher unterwegs zu sein?
Guatemala gilt allgemein als gefährlich. Ausserdem gibt es keine Bounty-Strände. Diese beiden Umstände sorgen dafür, dass dieses Land vom Massentouismus verschont geblieben ist. Ich lebe in einem kleinen Dschungelhotel. Täglich besuchen uns Menschen aus der ganzen Welt, auffallend viele alleinreisende Frauen oder Freundinnen die zusammen unterwegs sind. Meine Erfahrung: die meisten Menschen geraten in Gefahr, weil sie sich falsch (dumm) verhalten. Jeder dieser Fälle landet auf den Reisehinweisen der Botschaften und schon denkt man: Oh Gott! Auch in Los Angeles und Frankfurt sollte man sich als Ortsunkundiger zunächst erkundigen wo und zu welcher Uhrzeit man alleine herumspaziert und wo besser nicht. Ansonsten gilt die alte Weisheit: Ein Abenteuer kann gefährlich sein. Eine langweilige Routine in vermeintlicher Sicherheit ist auf Dauer tödlich.
7. Sollte man in Guatemala die Reise vorher planen oder sich treiben lassen und
spontan Hotels und Ausflüge buchen?
Hauptreisezeit für den einheimischen Tourismus ist zwischen Weihnachten und Neujahr sowie Ostern. Ausserhalb dieser Zeiten kann man sich durchaus treiben lassen, solange man die notwendige Flexibilität besitzt. Ansonsten lassen sich Transport und Unterkunft auch hier bequem über die bekannten Webseiten buchen. Internet ist flächendeckend verfügbar. Camping ist in Guatemala nur begrenzt möglich.
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8. Welche Sprache wird in Guatemala gesprochen? Kommt man auch gut mit
Englisch oder sogar Deutsch zurecht?
In Guatemala werden über 20 indogene Sprachen und Dialekte gesprochen. Die offizielle Landessprache ist Spanisch. Viele Reisende zieht es nach Guatemala, da man hier gut und günstig Spanischunterricht bekommen kann. Meistens in Verbindung mit Unterkunft bei einer einheimischen Familie. Ansonsten kommt man mit Englisch sowie Händen und Füssen auch irgendwann an sein Ziel.
 
9. Was zeichnet die Landschaft in Guatemala besonders aus und was davon findest
du am Sehens-wertesten?
Guatemala bietet beeindruckende, zum Teil einzigartige Naturschönheiten mit völlig unterschiedlichen Gesichtern. Am Pazifik und an der Karibikküste ist es meistens sehr heiß, in den Bergen braucht man oftmals einen dicken Pulli. Die Überreste der versunkenen Mayakultur gehören zu den Besonderheiten dieser Region. Von den über 40 Vulkanen, einige verloschen, andere aktiv, kann man mehrere besteigen. Es gibt Seen, Flüsse, Kaffeefinkas, koloniale Städte, Indiokommunen, etc. Langweilig wird es nie.
10. Gibt es besondere Aktivitäten, die man in Guatemala unternehmen
kann?
Vulkane besteigen, Tropfsteinhöhlen erkunden, surfen, segeln, wandern, etc.
11. Welches sind absoluten Highlights in Guatemala?
Die versunkene Mayakultur und eine lebendige Indiokultur. Ansonsten alles, was bereits oben erwähnt wurde.
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12. Welche besonderen Tipps kannst du für Guatemala geben?
Alle die oben bereits angesprochen wurden. Ansonsten einfach staunen und sich von der farbenfrohen Kultur bezaubern lassen.
13. Was sollte man bei einer Reise nach Guatemala unbedingt einpacken?
Je weniger man mit sich herumschleppt, desdo besser. Alles was plötzlich fehlt kann man günstig vor Ort erstehen. Damit hat man gleichzeitig ein nützliches Souvenir für zuhause erstanden und den Einheimischen dabei geholfen sich ein wenig Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen.
Währung (~Wechselkurs): Quetzal. Momentan ca. 8 Quetzales pro Euro.
Reisebudget (ca. Kosten pro Tag): Wenn man sich nicht allzuviel verkneifen will, kommt man mit ab ca. EUR 30/Tag wohl gut zurecht (Unterkunft, Transport, Verpflegung). Ansonsten gibt es nach oben natürlich keine Grenzen. Sicherlich schafft man es auch mit weniger, alles Geschmackssache.
Visumspflicht: Als Deutscher bekommt man 90 Tage Touristenvisum bei der Einreise.
Empfohlene Impfungen: Keine speziellen Impfungen notwendig.

Ein Kommentar zu „Länderprofi-Kampagne: Guatemala

Gib deinen ab

  1. Ach Peter, du sprichst mir so aus der Seele und ich kann nur allzu gut verstehen, warum du damals dort drüben hängen geblieben bist. Mir ging es ähnlich, denn nach einem Urlaub in Costa Rica bin auch ich VIEL länger dort geblieben als geplant und konnte auch den Rest Mittelamerikas erkunden. Guatemala ist auch mein absoluter Liebling, das Land hat mich sofort verzaubert! Alles was du berichtest, kann ich voll und ganz unterschreiben…es ist einfach einzigartig und jeden Besuch wert! Neben den ganzen schönen Orten, die du bereits aufgezählt hast, hat mir auch Xela und der Aufstieg auf den Tajomulco unheimlich gut gefallen!

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