Die kurische Nehrung – von Wanderdünen, Elchen und roten Holzhäusern

Während unseres Baltikum Roadtrips führte uns unser 2. Stopp (direkt nach Vilnius) zur kurischen Nehrung. Wer es nicht kennt – die kurische Nehrung ist ein schmaler Landstreifen, der der litauischen Küste vorgelagert ist. Das Wasser zwischen den beiden Landbereichen nennt man „Haff“. Die kurische Nehrung gehört zum Teil zu Litauen und zum Teil zur russischen Enklave Kaliningrad (Achtung! Hier braucht ihr ein Visum, sonst lauft ihr Gefahr verhaftet zu werden !)  Aber von Vorne..

Anreise

Die einzige Möglichkeit von Litauen aus auf die kurische Nehrung zu kommen ist die Fähre von Klaipeda. Nach Kleipeda kommt ihr über den Landweg von Litauen aus (z.B. aus Vilnius) mit dem Auto oder Bus oder ihr könnt auch von Deutschland (Kiel, Travemünde und anderen Häfen) aus mit der Fähre anreisen (damit habe ich allerdings keine Erfahrung).

Die Fahrt mit der Fähre kostete uns ( 2 Personen mit einem PKW) insgesamt 11€ hin- und zurück (Man zahlt nur  auf der Anfahrt, zurück braucht ihr nicht mehr zu zahlen) wie es ist, wenn ihr von Kaliningrad kommt weiß ich leider nicht. Die Fährfahrt dauert ca. 10 Minuten und ist recht unspektakulär. Auf der kurischen Nehrung angekommen könnt ihr eigentlich fast nur der „Hauptstraße“ folgen. Die führt euch ca. 50 Kilometer durch viel Wald direkt nach Nida. Wir haben auf dem Weg sogar Elche gesehen.

Unterkünfte

Wir entschieden uns für den einzigen größeren Ort auf der kurischen Nehrung, weil wir in den Nebensaison unterwegs waren – Nida. Der Ort ist bekannt für seine Nähe zum Naturpark mit den großen Dünen, wo man wunderbar wandern kann und den typischen rot- blauen Holzhäuschen. Und obwohl als wir dort waren sämtliche Läden geschlossen hatten und es eigentlich auf der ganzen Nehrung nur ein geöffnetes Restaurant gab, konnten wir sehr wohl erkennen, was im Sommer die Massen an Touristen hier her zieht. Irgendwie ist es hier komplett anders, als auf dem litauischen Festland. Der ganze Ort hat eine sehr entspannte Atmosphäre und die Menschen sind sehr herzlich. Einige sprechen sogar deutsch, so wie die Vermieter unseres niedlichen Apartments mit Meerblick.

Wir hatten Glück und bekamen sehr günstig eine Unterkunft in allerbester Lage, direkt am Hafen in Nida. Von dort aus konnten wir die einzig geöffnete Kuisine (Restaurant) und den kleinen Supermarkt locker zu Fuß erreichen. Die lieben Besitzer, die mit im Haus wohnten gaben uns tolle Tipps. Es war ein echter Glücksgriff, dass wir wirklich in einem der typischen Holzhäusschen unterkamen, denn am Ortseingang entdeckten wir schon einige unschöne Betonbunker-Hotels, die so gar nicht in die idyllische Landschaft passen.

Nachdem wir unsere Koffer in unserem niedlichen Apartment abgestellt hatten und beide eine Aufwärm-Soljanka-Suppe im Restaurant zu uns genommen hatten, machten wir uns auf zum Wanderparkplatz bei den Dünen.

Wandern

Am Parkplatz angekommen entdeckten wir zu erst zahlreiche Verkaufstische, die zu der Zeit geschlossen hatte, aber im Sommer die Idylle wohl etwas stören. Ein wenig den Berg hinauf gab es eine Art Obelisken, der diverse nordische Letter um sich herum hatte und somit eine gigantische Sonnenuhr darstellte. Außerdem gab es eine Art Steg als Foto-Spot. Aber auch die typischen Plankenwege starteten von hier aus. Wir folgten einem in Richtung Strand. Die Planken werden zu Nebensaison nicht so sauber gehalten, wie im Sommer, so mussten wir bald einen Aufstieg über den Sand der Wanderdüne machen. An vielen Stellen hatte der Sand die Dünen einfach verschluckt. Auch die Zäune, die vor der Steilküste schützen sollten tauchten nur noch sehr vereinzelt zwischen den Sandmassen auf. Die Umgebung ist wirklich wunderschön und wir waren ganz alleine. Wir hatten eine tolle Aussicht über Nida und die Ostsee. Auch wenn die Sicht etwas düßig und der Wind sehr rau waren, hatten wir eine tolle Wanderung und kehrten irgendwann durch-gefroren an unser Auto zurück.

Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen einmal auf Sicht zur russischen Grenze zu fahren, machten allerdings rechtzeitig kehrt. Denn so ganz geheuer war uns das dann doch nicht.

Grenze_Kaliningrd

Nudist beach

Am morgen machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Nudist-Beach, der im Sommer sicherlich sehr gut besucht ist. Bei windigen 8° waren wir allerdings alleine, von Nackten keine Spur. Wir wanderten einmal über den Strand und sammelten ein paar Muscheln, bevor wir uns wieder ins auto schwangen und in Richtung Klaipeda fuhren.

 

Wart ihr auch schon einmal auf der kurischen Nehrung? Wie fandet ihr es dort? Ich freue mich auf eure Kommentare 🙂

15 Kommentare zu „Die kurische Nehrung – von Wanderdünen, Elchen und roten Holzhäusern

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  1. Wir selbst lieben Dünen und waren schon einmal in Polen auf der Halbinsel Hel und in der Nähe der Grenze zu Kaliningrad auf der polnischen Seite bei Frauenburg – von daher steht die kurische Nehrung auf jeden Fall auf unserer Liste zu bereisender Regionen! Tolle Aufnahmen.

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  2. Diese Landschaft ist ein Traum, ein klitzekleines Stück davon habe ich in Natura von Bord eines Frachtschiffes gesehen, als wir in Klaipeda geladen haben. Ich habe zu dem Zeitpunkt eine Frachtschiffreise gemacht.
    Lieben Gruß, Ewald
    ☃️🎄☃️🎄☃️

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      1. Das klingt ja echt mega spannend. Habe mich direkt mal ausführlich mit dem Thema beschäftigt. Ist auf alle Fälle mal was anderes und klingt für mich auch viel spannender, als eine 0815-Kreuzfahrt. Vielleicht probieren wir das auch mal aus.

        Das klingt toll Donau und Rhein bieten ja zig Möglichkeiten.
        Ein ehemaliger Arbeitskollege träumte immer davon der Donau bis nach Rumänien zum schwarzen Meer mit eigenen Schiff zu folgen. Sicher auch ein großes Abenteuer 🙂

        Liebe Grüße Kathrin

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      2. Das ist auch ein spannendes Thema. Gegessen wird in der Offiziersmensa und man darf sich im Schiff fast überall frei bewegen, kann jederzeit auf die Brücke, nur der Maschinenraum darf nur in Begleitung aufgesucht werden.
        Die Fahrt zum Malärensee war für mich die schönere. Der See ist so ähnlich wie die Mecklenburger Seenplatte, nur viel größer. Ein echtes Erlebnis.
        Lieben Gruß, Ewald

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  3. Sehr interessant. Ich wusste rein gar nichts über diesen schmalen Landstreifen. Aber der Name übte immer eine Faszination auf mich aus, weil meine Oma aus Neresheim ist. Das liegt auf der Schwäbischen Alb und hat nichts mit der kurischen Nehrung gemeinsam als der Namansanfang, was aber die Faszination auf mich auslöste – jetzt weiß ich mehr und es ist wirklich sehr schön dort.

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    1. Hi Josi,
      freut mich zu hören. Ich bin wirklich gespannt, wie es dir im Sommer gefällt. Ich glaube, dass Litauen auch im Sommer nicht zu den typischen Strandurlaubs-Destinationen gehört. Und auch wenn es dort inzwischen 1-2 größere Hotels gibt, ist es lange noch nicht auf dem schrecklichen Betonbunkerniveau wie die üblichen spanischen Urlaubsorte.
      Sehr gute Wahl auf alle Fälle! 😉
      Liebe Grüße Kathrin

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