Tallin – Die mittelalterliche Hansestadt mit roten Dächern und ganz viel Charme

Von wegen aus Schaden wird man klug. Nachdem wir schon von unserer langen Tour Nida – Riga gebeutelt waren, machten wir einen Tag später gleich den nächsten großen Sprung. Nämlich in die Hauptstadt Estlands – Tallin. Was soll ich sagen? Die Fahrt war ätzend, lange und eintönig – da gibt es leider nix schön zu reden. Deshalb waren wir heil froh, als wir endlich in Tallin angekommen waren. Die Stadt wirkt auf uns gleich viel einladender, als Riga. Der Verkehr ist nicht so chaotisch und die Häuser sind auch am Stadtrand nicht so runtergekommen.

Unterkunft

Ich hatte vor ab ein Apartment in unmittelbarer Nähe zur Altstadt gemietet. Allerdings stellte sich die Schlüsselübergabe als recht Kompliziert raus, weil ich dazu eine sehr schlecht englisch-sprechende Dame am Telefon hatte, die mir umständlicher Weise erklärte, wie ich wo welchen Code eingeben musste etc. um an den Schlüssel zu kommen. Angekommen in „Fort Knox“, waren wir allerdings von den Socken. Das Apartment im 4. Stock war riesig und sehr nobel eingerichtet. Das Highlight im Badezimmer hatten wir eine eigene Sauna! Mega! 🙂

Ich machte natürlich mit der Dame am Telefon gleich noch eine weitere Nacht klar. Das war immerhin der erste Luxus, den wir uns während unserer Tour gönnten 😉

Nach dem die erste Euphorie abgeklungen war machten wir uns direkt wieder auf in Richtung Altstadt. Man merkte direkt den Temperaturunterschied. Es war bitterkalt und zum ersten Mal in diesem Jahr hatten wir sogar Schnee. *Brrr*

Die wundervolle Altstadt

Von unserem Apartment aus mussten wir erstmal einen steilen Hügel erklimmen, dann waren wir aber direkt im Zentrum. Das erste was wir zu sehen bekamen war die eindrucksvolle Alexander-Newski-Kathedrale. Das Bild, das man so mit Tallin in Verbindung bringt. Genau gegenüber des estnischen Parlaments.

Die Altstadt unterteilt sich durch den sogenannten Domberg irgendwie in „oben“ und „unten“. Oben (auf dem Domberg) – wo wir uns jetzt befanden gibt es eine Menge schöner alter Gebäude. Natürlich ist alles gesäumt von der massiven historischen Stadtmauer und ihren Türmchen. Außerdem hat man von hier oben einen grandiosen Ausblick über Tallin. Es gibt verschieden Fotospots, wo es die schönsten Ausblicke gibt. Hier oben gibt es gefühlt unendlich viele Souvenirläden (obwohl ich für die eigentlich immer zu haben bin – das war selbst mir zu viel!). Was es „oben“ allerdings nicht gibt sind viele Restaurants. Wir haben eines gefunden, das gut versteckt in einem Kellergewölbe lag. Die dunkle Spiellunke gab uns das Gefühl tatsächlich im Mittelalter zu sein. Die rustikalen Möbel, das trübe Licht und die Fälle auf den Bänken waren echt urig.  Die Tür zum Klo war eine alte – inzwischen sehr unordentlich beschlagene – schwere Holztür mit vielen schweren Riegeln, total witzig. Bei einem Glööck (Glühwein) und eine scharfen Soljanka-Suppe wärmten wir uns erstmal auf.

Danach ging es nach „unten“ in den größeren Teil der Altstadt. Dort besichtigten wir für einen kleinen Eintritt die historische Stadtmauer. Von ihr hat man einen tolle Blick über die Stadt und kann sich toll orientieren.

Außerdem gibt es untern den berühmten Rathausplatz, der ebenfalls eines der Fotomotive in Tallin ist. Der riesige Platz ist eingerahmt von den urigen bunten Häusschen, die typisch Hansestadt sind. In der Mitte steht das Rathhaus, welches erstmal aussieht wie eine Kirche mit seinem kleinen Türmchen. An diesem Platz gibt es auch zahlreiche Restaurants, allerdings eher was für den großen Geldbeutel.

In Tallins Altstadt gibt es unglaublich viel zu entdecken. Wunderschöne Kirchen, alte Gebäude und historische Gewölbe. Am besten sollte man sich hier einfach nur mal treiben lassen und diese faszinierende Stadt auf sich wirken lassen und jeden einzelnen Winkel erkunden. So haben wir es auch gemacht und sind bis in die Nacht durch die Altstadt geschlendert, bis uns die Füße weh taten und wir so durchgefroren waren, dass wir unsere Sauna nach uns rufen hörten. 😉

Durch den anliegenden Park sind wir dann wieder gemütlich zu unserer Unterkunft gelaufen. Unterwegs haben wir noch einige Enten und viele viele Ratten gesehen. Ich habe mich fast zu Tode erschrocken .. 😀

Ansonsten hat Tallin auch noch einen sehenswerten Hafen, den wir allerdings ausgelassen haben. Einfach weil wir es zeitlich nicht mehr geschafft haben. Denn an Tag zwei in Tallin ging es für uns ja in den coolen Lahemaa-Nationalpark.

Auf alle Fälle lässt sich abschließend sagen, Tallin eine total schöne Stadt und sicherlich einer der Geheimtipps unter den europäischen Metropolen. Ich will nicht sagen, dass sie die Schönste unter den baltischen Hauptstädten ist (dafür sind die drei einfach viel zu verschieden), aber Tallin ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Übrigens kann man von hier aus mit der Fähre auch einen Abstecher nach Helsinki machen, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt 😉

Warst du auch schon in Tallin oder hast vor die schöne Hauptstadt selbst zu besuchen? Hast du noch fragen oder willst du wissen, wo es die tolle Unterkunft gab? Ich freue mich auf deinen Kommentar 🙂

9 Kommentare zu „Tallin – Die mittelalterliche Hansestadt mit roten Dächern und ganz viel Charme

Gib deinen ab

    1. Hi Sven,

      danke für die lieben Worte. Dir auch ein schönes Fest und einen guten Rutsch ( den wir übrigens in Potsdam, also ganz bei dir in der Ecke feiern werden ) 🙂
      Und das mit den Reisewünschen kann ich nur zurück geben ( Wobei alle meine Wünsche selbst bei einer Dauerreise in einem Jahr nicht abzuhaken wären (-; )

      Liebe Grüße
      Kathrin 🙂

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    1. Liebe Dani,
      Tallin ist wirklich toll. Ich würde das nächste mal mindestens ein (langes) Wochenende hier einplanen, besser noch eine Woche und unbedingt einen Trip zum Lahema Nationalpark. 😉
      Da Estland nicht besonders groß ist, kann man von Tallin aus auch viele Ausflüge zu anderen tollen Spots in Estland machen. Aber auch in Tallin selbst gibt es wahnsinnig viel zu sehen. So wie den Hafen oder das Schloss Katharinental, das wir leider nicht mehr geschafft haben. 😉

      Liebe Grüße
      Kathrin 🙂

      Gefällt 1 Person

  1. Ich war Ende April in Tallinn und war ebenfalls schwer begeistert. Nur den Schnee hatte ich nicht eingeplant. Es war bitterlich kalt. Besonders am Strand ging dazu noch ein sehr frischer Wind. Ich war froh, als ich mich aufwärmen konnte.

    Weihnachtliche Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen Kommentar 🙂
      Ja im November war es auch wieder bitterkalt.. Aber wir haben uns davon die Stimmung nicht vermiesen lassen und uns michlinmännchenartig gekleidet die Stadt angeschaut 😉
      Die Esten haben außerdem den leckersten Glühwein, den ich je getrunken habe 😉
      Aber wir wollen auch im Sommer nochmal wieder kommen.
      Liebe Grüße Kathrin 🙂

      Gefällt 1 Person

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