Vilnius – die litauische Hauptstadt mit ihren 50 Kirchen und ganz viel Humor

In Vilnius verweilten wir von allen Zielen auf unserem Baltikum-Roadtrip am längsten. Ganze drei Nächte genaugenommen. Das hat auch damit zu tun, dass wir hier unsere Tour starteten und beendeten. Vilnius war der perfekte Einstieg für unsere Tour. Die litauische Schönheit empfing uns herzlich im Baltikum und wir fühlten uns vom ersten Tag an wohl. Unsere erste Unterkunft, ein nettes Appartment direkt im Zentrum war ein wahrer Glücksgriff und für uns die perfekte Ausgangssituation um Vilnius weitestgehend zu Fuß erkunden zu können. Nur einmal brauchten wir unseren Mietwagen, nämlich um zum Fernsehturm zu gelangen, der ein Stückchen außerhalb liegt.

Kirchen, Kirchen und nochmal Kirchen

Alleine in Vilnius‘ Altstadt gibt es schon über fünfzig Kirchen, dabei eine schöner, wie die andere. Die unterschiedlichen Baustile machen die Gebäude zu ganz individuellen Charakteren. Da gibt es die rote Sandsteinkirche im gotischen Stil, die britisch anmutet und dann wieder die farbenfrohen aufwendigen Barockkirchen, wie man sie aus Paris kennt. Die sicherlich bekannteste von ihnen und einer der „Must-Sees“ in Vilnius ist die St. Stanislaus Kathedrale, die mit ihren gigantischen Säulen in edlem weiß genauso gut nach Griechenland passen könnte. An der Kirche befindet sich eine der vielen skurrilen Dinge, die man in Vilnius entdecken kann – der Wunderpflasterstein. Es heißt, dass man sich auf den Pflasterstein stellen und dreimal um die eigene Achse drehen soll, damit ein Wunsch in Erfüllung geht. Es sind gerade diese kleinen Dinge, die mich an Vilnius so sehr faszinierten.

Zwei Hügel über Vilnius

Direkt hinter der Kirche findet ihr schon das nächste Highlight. Der Germinias Berg, mit seiner niedlichen Burg, die friedvoll über der Stadt thront. Er ist bereits von weitem zu sehen und gibt über den bunten Häusern der Altstadt ein hübsches Motiv ab. Wenn ihr den Aufstieg geschafft habt, werdet ihr mit einer tollen Aussicht über das historische Zentrum belohnt. (Pssst… es gibt auch eine Seilbahn, für die die nicht laufen wollen) Wer noch höher hinauswill, der erklimmt den Berg der drei Kreuze, der nur einige Schritte weiter ist. Das ist überhaupt das tollste an Vilnius, alles ist irgendwie in der Nähe und zu Fuß zu erreichen, was der Metropole den übersichtlichen Charme einer Kleinstadt gibt. Uns hat es sehr gefallen.

Der Fernsehturm

Die beste Aussicht habt ihr wohl im Fernsehturm, der etwas abseits der Stadtzentrum zu finden ist. Dort oben befindet sich außerdem ein tolles und außerdem bezahlbares Restaurant. Während sich die Plattform, auf der die Tische angeordnet sind in ca. 50 min. einmal um 360° dreht, könnt ihr euch eines der vielen leckeren Gerichte auf der Karte schmecken lassen.

Die kunstvolle Republik Uzupis

Einer der witzigsten und skurrilsten Dinge, die mir je auf Reisen begegnet sind ist die Republik Uzupis. Das Stadtviertel, das vor allem von Künstlern bewohnt wird, wurde von eben diesen zur eigenen Republik ernannt. Uzupis hat eine eigene Regierung und sogar einer Verfassung. Die 12-Mann starke Armee wurde inzwischen aufgelöst. Allerdings hat die Republik inzwischen rund 200 Botschafter auf der ganzen Welt, darunter sogar Berühmtheiten wie der Dalai Lama. Wer mutig ist, der kann sich im Regierungsgebäude, der Galeriekneipe „Uzupio Kavine“ sogar einen Einreisestempel geben lassen, was dann allerdings bei der nächsten Passkontrolle passiert, weiß ich nicht.

Dass es sich hier um das Zuhause von Künstlern handeln muss, merkt man schnell, wenn man durch die Straßen schlendert. Sei es ein mit Stoff verzierter Turm, der an Nepal erinnern soll oder eine Schaukel an einer Brücke. Das Highlight ist aber ganz klar die Mauer, an der die Verfassung in zig Sprachen aushängt. Mein Lieblingsparagraf ist Nummer 13, der besagt „Eine Katze ist nicht verpflichtet ihren Hausherren zu lieben, in schlechten Zeiten muss sie ihm aber beistehen“. Außerdem hat jeder Einwohner ausdrücklich das Recht einzigartig zu sein, und das ist doch ziemlich cool oder?

 

Zeppeline auf Tellern

Auch kulinarisch hat Vilnius einiges zu bieten, ich empfehle euch ein typisch litauisches Lokal zu suchen. Dort findet ihr zum Beispiel die typisch litauischen Cepelinai auf der Karte, die mit Fleisch gefüllten Kartoffelzepeline, sind wirklich lecker. Genauso wie die Kartoffelpfannkuchen in verschiedensten Variationen. Sehr lecker. Aber auch Klassiker wie Suppen, Salate und Fisch schmecken litauisch zubereitet besonders gut. Wir haben uns genüsslich durch die Speisekarten geschlemmt.

 

 

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