Autofahren im Baltikum – Alles was man über den Verkehr wissen muss

Das Baltikum bietet sich toll für einen Roadtrip auf eigene Faust an. Auf kleinem Raum hat man hier die Möglichkeit drei verschiedene Länder und Kulturen kennenzulernen und eine facettenreiche Landschaften zu erleben.

Die EU macht einen Baltikum-Roadtrip wirklich einfach. Man muss sich weder im Visa noch um einen internationalen Führerschein kümmern. Der normale EU-Führerschein reicht völlig aus. Nur wer noch den alten „Lappen“ hat sollte sich langsam verabschieden, denn der wird nicht mehr akzeptiert.

Wie komme ich ins Baltikum?

  1. Über den Landweg – Ihr könnt natürlich mit eurem Auto/Camper/Wohmobil in Deutschland losfahren und über Polen nach Litauen kommen, oder andersrum von Finnland aus mit der Fähre. Wenn man genug Zeit dabei hat ist das sicher ein tolles Abenteuer. Für 1-2 Woche ist das aber glaube ich ein bisschen zu weit. Außerdem bringt es auch Nachteile mit sich mit dem eigenen Auto zu fahren. Davon abgesehen, das man bei Diebstahl ganz schön alt aussieht ist es einfach so, dass man mit einem einheimischen Nummernschild im Verkehr mehr respektiert wird, als ein Ortsfremder.
  2. Mit der Fähre z.B. aus Kiel oder Travemünde – Ja von den deutschen großen Häfen fahren regelmäßig Fähren nach Klaipeda. Für diejenigen, die eh aus dem Norden Deutschlands kommen ist das eine echt Alternative zum Landweg. Und deutlich entspannter, wenn man nicht gerade Seekrank wird. Auch so könnt ihr euer eigenes Vehikel mitbringen, besonders für Camperfreunde mit eigenem Fahrzeug eine coole Alternative.
  3. Mit dem Flugzeug – Für alle wie mich, die nicht so viel Zeit mitbringen die beste Wahl, die Flüge sind günstig und die Verbindungen aus Deutschland echt gut. Die Mietwagenpreise in Vilnius sind wirklich passabel, außerdem hatten wir so den Luxus eines einheimischen Nummernschildes und wurden so im Verkehr stets respektiert, im Gegensatz zu ortsfremden Kennzeichen 😉

Mietwagen?

Wir haben vorab über ein gängiges Mietwagenportal die Preise verglichen und schließlich ein cooles Schnäppchen 11€/Tag ein Ford Fiesta mit Rundumsorglospaket gebucht und mussten uns um Versicherungen etc. keine Gedanken machen.

**Tipp: Löscht vor dem Buchen unbedingt euren kompletten Verlauf (Cache) im Browser, der merkt sich nämlich, dass ihr interessiert seit, wenn ich schon mal nach Preisen geschaut habt und zieht diese direkt mal an. Bei mir konnte ich dabei sogar einen Preisunterschied von 3€/Tag feststellen. Ganz schön frech von den Portalen!**

Ein günstiger Kleinwagen reicht allemal. Ein großer SUV ist nicht nötig, zu mindest von den Straßen her nicht. Die stehen unseren deutschen in nichts nach. Lediglich einmal hatten wir uns ziemlich verfahren und sind somit auf einer unbefestigten Straße gelandet. Die Hauptverkehrswege allerdings, über die ihr alles erreicht sind gut befestigt und ordentlich.

Ihr solltet darauf achten, dass die Versicherungen ausreichend sind, damit es im Nachhinein keine bösen Überraschungen gibt.

Verkehrsregeln

In allen Ländern herrscht der uns bekannte Rechtsverkehr. Auch die meisten Verkehrszeichen, die man so sieht kennen wir so oder so ähnlich aus unserer StVo. Da sind die Schilder mit den großen Zahlen, die euch natürlich Aufschluss über die erlaubten Geschwindigkeiten geben sollen. Auch die Schilder mit dem Hirsch/Elch sind irgendwie klar, die gibts bei uns ja auch. Auch die Ampel-Farbbelegung ist der unseren gleich 😉

Schilder, die wir nicht kennen sind z.B. ein Achtungszeichen mit einem schwarzen Punkt in der Mitte, der weißt darauf hin, dass es in diesem Bereich vermehrt zu Unfällen kommt.

Mautregelungen gibt es nur für LKWs. Normale PKWs können sich überall mautfrei bewegen.

Überholt wird in unseren Augen sehr gewagt. Doch es funktioniert, wenn sich alle rechts halten und fein den Standstreifen als halbe Spur verwenden ist in der Mitte auch trotz Gegenverkehr locker Platz zum überholen. 😉

Der Blinker wird sehr sparsam verwendet, was es ein bisschen schwer ist zu sehen, was die anderen so vor haben. Trotzdem wird im großen und ganzen sehr rücksichtsvoll gefahren.

In allen drei Ländern gilt Lichtpflicht. Lasst also das Abblendlicht auch bei Tag eingeschaltet.

Achtung Blitzer!

In allen drei Ländern, doch besonders in Lettland stehen verdammt viele Blitzer in allen Formen und Farben. Rasen lohnt sich also nicht.

Autofahren_Baltikum_014

Geschwindigkeitsbegrenzungen in …

… Litauen

Autofahren_Baltikum_017

 

Innerorts: 50 km/h

Außerorts / Landstraßen: 90 km/h

Ausgeschilderte Autobahnen und Fernstraßen: 110 km/h (Nov-März) 130 km/h (April – Okt)

Kraftfahrtstraßen: 100 km/h

Unbefestigte Straßen: 70 km/h

… Lettland

Autofahren_Baltikum_007

Innerorts: 50 km/h

Außerorts: 90 km/h

Autobahn: 110 km/h

… Estland

Autofahren_Baltikum_009

Innerorts: 50 km/h

Außerorts: 90 km/h

Autobahn: 110 km/h

 

Wart ihr auch schon mal auf eigene Faust im Baltikum? Wie fandet ihr den Verkehr dort? Habt ihr noch andere Tipps? Oder Fragen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

4 Kommentare zu „Autofahren im Baltikum – Alles was man über den Verkehr wissen muss

Gib deinen ab

    1. Danke für die netten Worte 🙂
      Ich freue mich, wenn ich den ein oder anderen für diese völlig unterschätzte Region begeistern kann.
      Wunderschöne Landschaften und Orte! Und auch wenn wir nicht aktiv danach gesucht haben, gibt es dort sicher auch den ein oder anderen Lost Place 😉
      Liebe Grüße Kathrin

      Gefällt mir

      1. Ich hätts mir scho länger mal gedacht vor allem Litauen wär interessant. Lost Places gäbe es einige xD aber ich bin in herbst für 4 monate in finnland, da geht sich sicher ein abstecher nach estland aus. 😉

        Gefällt 1 Person

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